Die Duftfamilie Fougère in der Parfümerie
Coralie Frébourg
Erste Überraschung: Farn (auf Französisch „fougère“) riecht nach nichts. Kein Geruch, oder fast keiner. Die Fougère-Familie ist in Wahrheit ein imaginärer Akkord, erfunden Ende des 19. Jahrhunderts, der an Wald, Frische und Sauberkeit erinnert. Wir entschlüsseln ihn.
Was ist die Duftfamilie Fougère?
Fougère gehört zu den sechs ursprünglichen Duftfamilien, die von der Société Française des Parfumeurs (SFP) definiert wurden, neben den Familien Blumig, Zitrus, Holzig, Amber (orientalisch) und Chypre.
Die Fougères kamen nach den Colognes und bieten eine ebenso belebende Frische, allerdings mit ausgeprägteren aromatischen und holzigen Noten. Sie vermitteln dasselbe Gefühl von Sauberkeit: belebende, anregende, erfrischende Duftwässer.
Ein erfundener Akkord: Lavendel + Cumarin
Den Fougère-Duft gibt es in der Natur nicht. Es handelt sich um eine Rekonstruktion rund um zwei wesentliche Noten:
- Lavendel (natürlich), aromatisch und frisch;
- Cumarin (synthetisch), das nach frischem Heu, Mandel und Tonkabohne riecht.
Dazu kommen weitere aromatische Noten (Rosmarin, Thymian, Lorbeer …), ein floraler Hauch (Geranie, Rose) und Basisnoten (Vetiver, Eichenmoos, Moschus, Leder …).
Alles beginnt 1882 mit Fougère Royale von Houbigant, komponiert von Paul Parquet: eines der ersten Parfums, das ein synthetisches Molekül verwendete, das Cumarin. Es gab der ganzen Familie ihren Namen.
Und heute?
Die Fougère hat sich modernisiert und intensiviert. Man findet vor allem viele amberige Fougères, die für ihre frische Kopfnote und ihre runde, warme Basis sehr beliebt sind. Lange war sie auf die „Herren“-Regale beschränkt, dabei ist sie auf jeder Haut ebenso schön. Schluss mit den Klischees!
Die wichtigsten Rohstoffe
- Lavendel: aromatisch, blumig, frisch
- Cumarin: Heu, Mandel, Tonka
- Geranie: rosig, minzig, grün
- Eichenmoos: Unterholz, feucht, erdig
- Vetiver: holzig, erdig, rauchig
- Rosmarin, Thymian, Lorbeer: aromatisch, krautig
Die ikonischen Parfums
- Fougère Royale, Houbigant (1882), Paul Parquet: aromatische Fougère
- Pour un Homme, Caron (1934), Ernest Daltroff: aromatisch
- Brut, Fabergé (1968), Karl Mann: aromatisch-würzig
- Drakkar Noir, Guy Laroche (1982), Pierre Wargnye: aromatische Fougère
- Cool Water, Davidoff (1988), Pierre Bourdon: aromatisch-aquatisch
- Le Mâle, Jean Paul Gaultier (1995), Francis Kurkdjian: amberige Fougère
- 1 Million, Paco Rabanne (2008), Christophe Raynaud, Olivier Pescheux, Michel Girard und Christian Dussoulier: holzig-würzig
- Sauvage, Dior (2015), François Demachy: aromatische Fougère
Diese Liste ist nicht vollständig: Es gibt unzählige schöne Lancierungen, manche ikonisch, andere eher kommerziell.
Wo finden Sie diese Noten bei Versatile?
Keine „Fougère“ im Sortiment: Wir stecken unsere Parfums nicht in Schubladen. Aber die Zutaten der Familie sind durchaus vorhanden. Die Tonkabohne (reich an Cumarin) wärmt Croissant Café. Die aromatische, grüne Seite findet sich im Pesto von Rital Date und im Salbei von La Foncedalle. Um sie alle zu riechen: ab zu unseren Discovery Boxes.
FAQ
Hat Farn einen Geruch?
Kaum. Der „Fougère-Duft“ ist ein imaginärer Akkord rund um Lavendel und Cumarin, der an die Frische des Unterholzes erinnert.
Was ist der Unterschied zwischen Fougère und aromatisch?
Die Fougères sind eine eigenständige Familie, aufgebaut auf dem Lavendel-Cumarin-Akkord. Aromatische Noten (Rosmarin, Salbei, Basilikum …) sind eine Facette, die man in Fougères findet, aber auch in vielen anderen Familien.
Sind Fougères Herrenparfums?
Sie wurden lange so vermarktet, aber ein Parfum hat kein Geschlecht. Wenn Ihnen der Duft gefällt, tragen Sie ihn!