Aromatische Noten in der Parfümerie
Coralie Frébourg
Lavendel, Rosmarin, Thymian, Salbei, Basilikum, Minze: Würzkräuter begleiten die Menschheit seit jeher, zum Heilen, zum Kochen und zum Beduften. In der Parfümerie bringen sie Frische, Spannkraft und Charakter. Wir erklären es Ihnen.
Was ist eine aromatische Note?
Aromatische Noten erinnern an Kräuter und Gewürzpflanzen: frisch, belebend, reinigend, manchmal entspannend. Man findet sie häufig in frischen Düften und Eaux de Toilette.
Obwohl sie sehr oft verwendet werden, gehören sie nicht zu den sechs ursprünglichen Duftfamilien, die von der Société française des parfumeurs (SFP) definiert wurden: Blumig, Zitrus, Holzig, Amber (orientalisch), Fougère und Chypre. Dafür stehen sie im Mittelpunkt des Fougère-Akkords.
Ein bisschen Geschichte
Würzkräuter gibt es seit Menschengedenken, geschätzt sowohl für ihre Heilkräfte als auch für die Frische, die sie mitbringen. Im 17. Jahrhundert ist das Ungarische Wasser (Eau de la Reine de Hongrie) auf Rosmarinbasis eines der ersten alkoholischen Parfums. Später machten die Colognes und die Fougères sie zu ihrem Markenzeichen.
Lange Zeit waren aromatische Noten auf sogenannte „Herrendüfte“ beschränkt, heute tauchen sie überall auf, sogar in Gourmand-Düften.
Wie riechen aromatische Noten?
Das hängt vom Kraut ab: lavendelartig, minzig, kampferartig, anisartig oder krautig. Die meisten sind Kopfnoten: Sie sorgen für den ersten Frischekick.
Die wichtigsten Rohstoffe
Natürliche Rohstoffe sind mit einem Sternchen gekennzeichnet.
Lavendelartige
- Lavendelessenz*: blumig, Heu, krautig
- Lavandin-Grosso-Essenz*: Stroh, lavendelartig, kampferartig
Minzige
- Pfefferminzessenz*: frisch, Chlorophyll, aufsteigend
- Buchu-Essenz*: Minze, Cassis, Thymian
- L-Carvon: Minze, Chlorophyll, holzig
Kampferartige
- Salbeiessenz*: lavendelartig, pfeffrig, Tee
- Eukalyptusessenz*: frisch, kampferartig, Nadelholz
- Beifußessenz*: Nadelholz, likörartig, minzig
- Myrtenessenz*: Nadelholz, fruchtig, Zitrus
Anisartige
- Estragonessenz*: aromatisch, grün, anisartig
- Fenchelessenz*: anisartig, würzig, frisch
- Basilikumessenz*: anisartig, aufsteigend, minzig
- Dillessenz*: anisartig, Nadelholz, frisch
Krautige
- Lorbeeressenz*: Honig, würzig, Nadelholz
- Rosmarinessenz*: frisch, pfeffrig, kampferartig
- Thymianessenz*: Teer, pfeffrig, frisch
Ikonische Parfums
- Eau Sauvage, Dior (1966), Edmond Roudnitska: aromatischer Zitrusduft
- Polo, Ralph Lauren (1978), Carlos Benaim: holzig-chypre-aromatisch
- Kouros, Yves Saint Laurent (1981), Pierre Bourdon: aromatischer Fougère
- 1881, Cerruti (1990), Martin Gras: aromatischer Fougère
- Le Mâle, Jean Paul Gaultier (1995), Francis Kurkdjian: Amber-Fougère
- Herba Fresca, Guerlain (1999), Jean-Paul Guerlain und Mathilde Laurent: aromatisch-grün
- H24, Hermès (2021), Christine Nagel: aromatisch-grün
Diese Liste ist nicht vollständig: Es gibt unzählige schöne Lancierungen, manche ikonisch, andere eher kommerziell.
Wo finden Sie Würzkräuter bei Versatile?
Unsere Kräuter mögen wir am liebsten auf dem Teller. Basilikum, Pesto und Zitrone in Rital Date, unserem italienischen Date. Salbei und die schräge aromatische Note in La Foncedalle. Das spritzige Basilikum in Dimanche Flemme. Der Dill in Accrodisiaque. Und für die Haut: Thymian und Fenchel in L'Huile Vinaigrette.
FAQ
Aromatisch oder Fougère: Was ist der Unterschied?
Fougère ist eine Duftfamilie, die auf dem Akkord aus Lavendel und Cumarin aufbaut. Aromatische Noten sind eine Facette: Man findet sie in Fougères, aber auch in Zitrusdüften, holzigen Düften oder sogar in Gourmands.
Sind aromatische Noten männlich?
Das ist ein alter Marketing-Reflex. Ein Parfum hat kein Geschlecht, und Basilikum steht allen.
Warum sind Würzkräuter Kopfnoten?
Weil ihre Moleküle leicht und flüchtig sind: Man riecht sie sofort, dann machen sie Platz für die Herz- und Basisnote des Parfums.