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  • Unternehmertum: Soll ich oder soll ich nicht?

    Coralie Frébourg


    Ein Thema, über das viel gesprochen wird: Ist die Selbstständigkeit etwas für jeden?

    Unternehmertum, ob in der Kosmetik oder anderswo, verlangt, dass man sich ein paar Fragen stellt.

    Vor dem Start: 3 Punkte, die Sie prüfen sollten

    1. Ihre aktuelle Situation (Studium, arbeitssuchend, befristeter oder unbefristeter Vertrag). In meinem Fall war ich arbeitslos und hoffte, schnell wieder eine Stelle zu finden (null Einstellungen, danke, Pandemie!).
    2. Ihre Ressourcen: die Mittel, über die Sie verfügen (Kredit? Eigenkapital? Crowdfunding?).
    3. Ihre Motivation: Fühlen Sie sich bereit, alles hinter sich zu lassen? Wenn Ihre Motivation unter 100.000 % liegt, lassen Sie es lieber.

    Die Achterbahnfahrt der Markengründung

    • Die Lust, etwas anderes zu machen, dazuzulernen, für sich selbst zu arbeiten und nur sich selbst Rechenschaft schuldig zu sein.
    • Die Aufregung, den ersten Schritt gewagt zu haben, die sprudelnden Ideen, die Unterstützung der Liebsten.
    • Die Selbstzweifel, unvermeidlich: Ist mein Produkt gut genug? Wird es gefallen? Werde ich mir ein Gehalt zahlen können? Ein fester Job ist doch weniger riskant, oder?
    • Die Erleichterung, sobald die Zweifel verflogen und die Lösungen gefunden sind: Was für eine Freude, das eigene Projekt Wirklichkeit werden zu sehen!

    Achtung: Wer eine Marke aufbaut, kennt keinen Leerlauf. Nur weil das Produkt im Laden steht, hört nicht alles auf, und man wartet nicht brav, bis das Geld reinkommt. Man muss sein Business weiterentwickeln, neue Produkte kreieren, verbessern, expandieren. Ein Tunnel ohne Ende (wer Routine liebt, ist hier falsch!).

    Einer der wichtigsten Punkte ist das Umfeld, vor allem, wenn Sie allein gründen (so wie ich). Familie, Freunde, Freunde von Freunden, Kollegen, ehemalige Lehrkräfte: Alle müssen mit ins Boot. Wenn Sie eine Crowdfunding-Kampagne starten, sorgt Ihr engster Kreis für den Erfolg. Und in jedem Fall sind Meinungen von außen Gold wert: Sie kreieren Produkte nicht für sich selbst, sondern für Ihre künftige Kundschaft.

    Welche Schritte braucht es, um eine Marke zu gründen?

    Prüfen Sie beim INPI (Institut national de la propriété industrielle, dem französischen Patent- und Markenamt), ob der gewünschte Markenname verfügbar ist. Wenn ja, melden Sie ihn an: Das Verfahren dauert etwa 5 bis 6 Monate, und der Preis hängt davon ab, in wie vielen Klassen Sie Ihre Marke schützen möchten.

    Parallel dazu gründen Sie Ihre Gesellschaft (Satzung, Eintragung…). Ich bin dafür über das Start-up Legalplace gegangen, das sich um die Formalitäten gekümmert hat (Dauer: 3 Wochen). Sie können das auch selbst erledigen, brauchen dafür aber ein Minimum an Fachwissen und Zeit.

    Zum Schluss zahlen Sie Ihr Stammkapital bei einer Geschäftsbank ein (ich habe mich für Shine entschieden): mindestens 1 € für eine SAS oder SASU.

    Was kostet die Gründung einer Marke?

    • Markenanmeldung beim INPI (3 Klassen): 270 €
    • Gebühren von Legalplace für die Unternehmensgründung: 600 €
    • Gebühren von Shine für die Kapitaleinzahlung: 150 € (ohne monatliche Kontoführungsgebühren)

    Der Papierkram kostet also rund 1.000 €, Ihre erste Investition. Ich habe außerdem 5.000 € Kapital eingebracht, das sofort freigegeben wurde, um meine ersten Lieferanten zu bezahlen.

    Dazu kommen noch jede Menge Kosten, die man einplanen muss: erste Produktion, Berufshaftpflichtversicherung, Domainname, Buchhaltung, geschäftliche E-Mail-Adresse, regulatorische Unterlagen, Anmeldung bei GS1 für die Barcodes, Design und Website…

    Kurz gesagt: Ich habe 20.000 € ausgegeben, um Versatile und seine erste Produktion auf die Beine zu stellen, während die meisten Gründerinnen und Gründer zwischen 60.000 und 80.000 € ausgeben.

    Wie ich manche Kosten vermieden habe

    Indem ich alles selbst gemacht habe (oder mit meinem Umfeld): Fotos, Logistik, Verpackung, Kommunikation, Marketing, visuelle Identität, Website… Anfangs keine eigenen Räume (ja, wir haben alles bei uns zu Hause gelagert!), also keine Überproduktion und keine allzu hohen Ausgaben. Wer nichts delegiert, spart Geld, braucht aber Zeit und Energie!

    Ist ein Businessplan Pflicht?

    Hier bin ich keine Musterschülerin: Ich habe keinen geschrieben. Ich kannte die Branche, meine Investition war relativ klein (und damit schneller zurückgezahlt), und ich hatte die Entwicklungsprozesse und die Herstellungskosten im Griff.

    Ich weiß nicht alles, aber ein Rat: Lassen Sie sich nicht von dem ausbremsen, was Sie (noch) nicht können. Informieren Sie sich über alle Formalitäten, kennen Sie Ihre Herstellungskosten und Verkaufspreise in- und auswendig, und mit ein bisschen Glück schaffen Sie es!

    Wie geht man mit Niederlagen und Erfolgen um?

    Wie in jedem Beruf gibt es Up-Phasen und Down-Phasen. Selbst der Boss zu sein heißt nicht, dass die Sorgen vorbei sind, gaaaaanz im Gegenteil! Man kann natürlich beschließen, um 15 Uhr aufzustehen und 2 Stunden am Tag zu arbeiten, aber seien wir ehrlich: Wenn die eigene Firma laufen soll, ist das nicht der richtige Weg.

    Man ist nur sich selbst Rechenschaft schuldig, und vielleicht ist genau das der Unterschied: Man nimmt sich alles viel mehr zu Herzen. In einem großen Unternehmen sind Sie eine kleine Ameise, die nachts an ihrer Präsentation feilt, für einen CEO, den Sie nur dem Namen nach kennen. Im Unternehmertum dagegen wirkt sich jede falsche Entscheidung der kleinen Ameise direkt auf ihre Marke, ihr Unternehmen, ihr Image aus. Man lernt viel über sich selbst.

    Was sind die Schlüssel zum Erfolg?

    Wenn ich sie hätte, wüsste es längst jeder! Niemand ist vor einer kreativen Flaute oder einem Stimmungswandel der Kundschaft gefeit.

    An sich glauben, seinen Weg gehen, gegen Wände laufen, sie dann doch erklimmen, aus Niederlagen lernen und Erfolge feiern: Das sind die Schlüssel, um Unternehmerin oder Unternehmer zu sein. Alles andere wird die Zukunft zeigen!

    Die Bilanz: von 2021 bis heute

    Ende 2021, nach wenigen Monaten: 26 Verkaufsstellen (2 Onlineshops und 24 Geschäfte in Frankreich und Belgien), mehr als 1.500 verkaufte Parfums und eine Community von über 3.600 Versatile-Fans.

    Update 2026: Fünf Jahre später zählt Versatile mehr als 400 Händler in rund dreißig Ländern, ein Sortiment aus Extraits de parfum als Roll-on und Spray, Eaux de Parfum und Körperpflege. Und noch immer dieselbe Lust, die Marke wachsen zu lassen. Danke für alles.

    Ich hoffe, dieser Artikel hilft Ihnen bei Ihren Überlegungen. Wenn Sie noch zögern, ein Rat: Legen Sie los.

    Foto: Versatile Paris