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  • Greenwashing

    ADELE FADILI


    In der Welt der Kosmetik ist nicht alles … grün, was glänzt. Beauty-Marken reiten auf der Welle von Natürlichkeit und Nachhaltigkeit, doch was steckt wirklich hinter diesen neuen Konzepten?

    Ist das Versprechen von „Natürlichkeit“ letztlich nicht eine Art Betäubungsmittel für die Verbraucher, die dadurch eher zum Kauf verleitet werden, ohne sich über die tatsächlichen Folgen ihres Handelns Gedanken zu machen?

    Heute schlüpft Versatile in diesem Artikel einmal mehr in die Rolle des Inspektors, um das Greenwashing in Kosmetik und Parfümerie zu entzaubern.

    WAS IST GREENWASHING?

    Greenwashing, zu Deutsch etwa „Grünfärberei“, bezeichnet den irreführenden Einsatz ökologischer Argumente. Ja, wir wissen es: Jedes Mittel ist recht, damit Sie weiter kaufen – im Glauben, etwas Gutes für die Umwelt zu tun!

    DIE VERPACKUNG

    • Formel VS Verpackung

    Eine schöne Clean-Botschaft in einer schicken Plastikflasche – Lust darauf? Die Formel und ihre Wirkung auf Ihre Haut sind garantiert, das Recycling dagegen weniger! Aber halb so wild, auf die inneren Werte kommt es schließlich an, oder?

    • Überverpackung

    Klar, man kann Umverpackungen aus Recyclingpapier herstellen (huhu, Versatile) oder aus biologisch abbaubarem Kunststoff und so weiter, aber nur weil etwas recycelt ist, darf man es noch lange nicht massenhaft einsetzen! Es bleibt Abfall, der recycelt werden muss.

    • Schwere Verpackungen

    Im Luxussegment gilt bekanntlich: Alles, was schwer ist, wird mit „hochwertig“ gleichgesetzt. Deshalb gibt es Flakons mit einem Boden (dem unteren Teil des Flakons) und Wänden aus sehr dickem Glas. Man denkt sich: Das ist Glas, also unendlich recycelbar. In Wirklichkeit ist es aber viel schwerer, damit teurer im Transport, und es wird viel mehr Treibstoff verbraucht.

    DIE FORMULIERUNG

    • Hauptsache natürlich

    Die Synthetik hat derzeit einen schlechten Ruf. Auf einmal vollziehen die großen Marken eine Kehrtwende und geben sich green: Die Synthetik steht heute unter Beschuss.

    Gut zu wissen: Die Angabe „natürlichen Ursprungs“ sagt nicht viel aus. Die Marken spielen mit Worten und mit Verpackungen in „hellen“, natürlichen Farben, um Sie anzulocken und Ihnen weiszumachen, das Produkt sei gesund. Ist es aber nicht!

    Ein Inhaltsstoff natürlichen Ursprungs (pflanzlich oder mineralisch) kann zum Beispiel tatsächlich aus der Natur stammen, seine Gewinnungsmethode kann jedoch katastrophal sein. Diese Technik, bei der Rohstoffe aus dem Boden geholt werden, zerstört zudem Ökosysteme, nur damit wir schön sind … Nicht so toll!

    • Natürliche Pigmente

    Übrigens: Auszusehen wie eine Discokugel ist nicht unbedingt green (auch wenn es auf der Verpackung steht).

    Manche Pigmente stammen aus Halbedelsteinen, die erst einmal aus dem Boden geholt werden mussten. Das heißt: Menschen unter die Erde schicken, um danach zu suchen, ganze Steinbrüche durchkämmen, um diese Mineralien zu finden – und das alles natürlich ohne nachhaltige Bewirtschaftung. Wir bedienen uns reichlich, geben dem Planeten aber nichts zurück.

    DER CO2-FUSSABDRUCK (unerreichbar?)

    Die Methode zur Berechnung unseres CO2-Fußabdrucks, gepaart mit einer erschöpften Natur, die CO2 folglich schlechter aufnimmt: Das ist eine mehr als wackelige Gleichung.

    SYNTHETIK IST AUCH GUT

    Fazit: Hören wir auf, die Synthetik schlechtzureden und das Natürliche zu verherrlichen. Die Erde ist nicht grenzenlos, und ihre natürlichen Ressourcen (Blüten, Pigmente …) sind es auch nicht! Setzen wir uns lieber dafür ein, eine Harmonie zu schaffen, in der die Gesundheit der Erde und unsere eigene respektiert werden.